Demo gegen Rassismus und Sexismus

Etwa 250 Regensburger*innen trafen sich am 16. 01. 2016 ab 13.00 Uhr zu einer Kundgebung gegen Rassismus und Sexismus auf dem Regensburger Neupfarrplatz.  Aufgerufen hierzu hatte die Ver.di Frauengruppe. Anlass waren die unerträglichen Hetzkampagnen,  mit denen rechtskonservative Parteien und Gruppierungen, allen voran die Bayernpartei, die Vorfälle der Silvesternacht 2015/2016 dazu missbrauchen, ihre ausländerfeindlichen Parolen zu verbreiten.Dabei waren viele Parteien und außerparlamentarische Gruppen, die in ihren vielfältigen Redebeiträgen immer wieder darauf aufmerksam machten, dass Sexismus nicht erst seit jener Nacht ein gesellschaftliches Problem darstellt. Homophobie und Gewalt gegen Frauen sind nicht ein Problem einiger muslimisch geprägter Menschen, sondern ein altbekanntes Problem, auf dessen Existenz und mögliche Entstehungsgründe Feminist*innen schon lange und lautstark hingewiesen haben. Und es sind dieselben Menschen, die damals von Hysterie und Übertreibung redeten, die jetzt lange bevor Ermittlungserfolge vorliegen, eine neue #Aufschrei- Debatte verlangen, wie der CDU- Politiker Jens Spahn. Doch damit meinen sie nicht, dass grundsätzlich über die Entstehung von sexualisierter Gewalt gesprochen werden sollte. Sie legen vielmehr nahe, dass es sich um ein Problem handeln würde, dass weit weg seine Wiege hat und nur wegen der Flüchtlingsströme nun auch bei uns Thema wird.

Statt darüber zu sprechen, wie es denn sein kann, dass Frauen zu reinen Objekten gemacht werden, werden sie und ihre Erlebnisse erneut missbraucht. Missbraucht mit dem Ziel, den Fremdenhass zu schüren, Menschenrechte einzugrenzen und Asylsuchende schnellstmöglich aus Deutschland ausweisen zu können.

Statt darüber zu sprechen, warum so selten auf die Anzeige einer Vergewaltigung eine Verurteilung erfolgt, wird der Einsatz der Bundeswehr im Inneren gefordert.

Statt zu überlegen, wie Polizisten geschult sein müssen, um jeder Frau, die einen Fall von sexualisierter Gewalt anzeigt, mit dem nötigen Respekt zu begegnen und ihre Anschuldigungen immer ernst zu nehmen, wird nun so getan als sei Frauenverachtung ein Importschlager.

Und nach wie vor ist der gefährlichste Ort für eine Frau das eigene Zuhause, doch darüber wollen diejenigen, die die Vergewaltigung in der Ehe noch immer für ein Kavaliersdelikt halten, dann lieber nicht sprechen. Denn diese ist nicht schon immer, sondern erst seit 1997 in der Bundesrepublik Deutschland ein Straftatbestand, gegen den Widestand vieler Unionspolitiker, von denen einige noch heute in der Politik aktiv sind. Eine Liste der betreffenden wird hier verlinkt: http://maedchenmannschaft.net/erika-steinbach-und-die-freiwillige-sexualgemeinschaft/#comments

Bundesjustizminister Heiko Maas verteidigte bisher immer die bestehnde Rechtsprechung, nach der sich ein Frau aktiv körperlich gegen einen Mann gewehrt haben muss, damit ein Übergriff als Vergewaltigung anerkannt wird. Statt das Problem ernst zu nehmen und anzuerkennen, dass Frauen tagtäglich sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, statt sich der sogenannten „Istanbul- Konvention“ uneingeschränkt anzuschließen und diese in Deutschland umzusetzen, hat er erstmal Umfragen in den Bundesländern in Auftrag gegeben, so als ließen sich diese Vorkommnisse fortreden, wenn man nur lange genug fragt und befragt. http://www.taz.de/!5024713/

Zum Thema sexualisierte Gewalt gäbe es noch viel zu schreiben, doch das wichtigste ist und bleibt: Kein Rassismus in unserem Namen!