Bildungs-und Sozialpolitischer Aschermittwoch in Regensburg

Auch in diesem Jahr fand wieder ein bildungs-und sozialpolitischer Aschermittwoch in Regensburg statt. Auch in diesem Jahr war DIE LINKE wieder mit im Boot der verschiedenen Organisationen die dazu aufriefen. Wem also an diesem Tag der Weg nach Passau zur Veranstaltung der Partei mit Dietmar Bartsch und Janine Wissler vielleicht zu weit war, konnte auch in Regensburg an einer teilnehmen. Nach Regensburg kam kein geringerer als der bekannte Armutsforscher Prof. Dr. Christoph Butterwegge. In 2017 war er auch in den Medien als unser Kandidat für das Bundespräsidentenamt. Es wurde ein überaus interessanter Abend.

Obwohl das Thema „Armut in Deutschland“ immer wieder kurzzeitig in den Medien erscheint (vor allem bei der Veröffentlichung des jeweils aktuellen Armutsberichts) und  auch  heute sogar häufig über soziale Ungleichheit gesprochen wird, so der Befund von Christoph Butterwegge, nimmt man die Armut nach wie vor nicht als gesellschaftliches Kardinalproblem ernst. Die in der wohlhabenden Bundesrepublik zunehmende Armut wird deshalb auch nicht konsequent bekämpft, sondern immer noch eher geleugnet und verharmlost.

Wie das geschieht, erörterte Butterwegge in einem historischen Abriss seit der Nachkriegszeit bis heute und an zahlreichen Beispielen aus Politik, Massenmedien und Wissenschaft. Aktuell mahnte er die Entwicklung von Kinder-zu steigender Altersarmut an, ohne erstere als irgendwie überwunden zu skizzieren. Im Gegenteil. So gibt es heute knapp 3 Millionen arme Kinder in diesem reichen Deutschland. Die Schuld für die zunehmende Armut unter der älter werdenden Gesellschaft sieht auch er eindeutig bei Regierung und Kapital. Besonders tragisch ist hierbei das die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 u.a. ein staatlich garantiertes Rentenniveau für ein gesichertes Leben im Alter zugunsten der Versicherungswirtschaft und deren satter Gewinne aufgab. Die Beispiele wie es in  europäischen Nachbarländern anders gehen kann sind mittlerweile ja durchaus bekannt.

Was getan werden müsste, damit sich die Kluft zwischen Arm und Reich wieder schließt, macht Butterwegge am Ende seines Referats sowie in der Diskussionsrunde mit einem Ausblick auf mögliche Gegenstrategien in der Wirtschafts- und Sozialpolitik deutlich. Empfholen seien seine Publikationen, die zum weiterlesen und nachdenken aber auch zum Engagement anregen sollten.

http://www.christophbutterwegge.de/aktuelles.php

Unter Regensburg-Digital findet sich ein weiterer Bericht zur Veranstaltung sowie eine MP3-Datei mit einer Aufzeichnung dieser:

https://www.regensburg-digital.de/t/christoph-butterwegge/

 

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